Der Sanktionsausschuss der französischen Finanzmarktaufsichtsbehörde Autorite des Marches Financiers (AMF) hat eine Verwarnung gegen X-Trade Brokers (XTB) ausgesprochen und außerdem eine Strafe in Höhe von 300.000 EUR gegen den Broker verhängt, weil er seine beruflichen Pflichten in Frankreich verletzt hat.
XTB ist ein Broker mit Hauptsitz in Polen, der in Frankreich tätig ist, indem er seine polnische Lizenz weitergibt. Laut der Mitteilung der Regulierungsbehörde wurden die Verstöße im Rahmen der Tätigkeit der französischen Niederlassung von XTB zwischen November 2013 und Februar 2020 begangen.

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Größere Verstöße

Die Kommission bestrafte den Broker für drei schwerwiegende Verstöße: Unzulänglichkeiten bei der Dienstleistungswerbung, Mängel im Fragebogen zur Kundenerfahrung und das Verschweigen eines technischen Problems auf der Handelsplattform.
Nach Ansicht der Kommission missachtete der Broker Werbebeschränkungen, indem er bestimmte Werbebanner an nicht professionelle Kunden verteilte. Darüber hinaus versäumte es der Broker, in mehreren Google-Anzeigen auf die Risiken des CFD-Handels hinzuweisen.
Außerdem stellte die Kommission fest, dass die Fragebögen zu den Handelskenntnissen und -erfahrungen seiner französischen Kunden unvollständig waren. Sie führte aus, dass der mit diesem Fragebogen verbundene Berechnungsalgorithmus nicht feststellen konnte, ob der Kunde über ausreichende Kenntnisse verfügte, um die Risiken des Margenhandels zu verstehen.

Darüber hinaus nahm der Broker falsche Änderungen der Kundenkategorien vor und verstieß damit gegen die von der Europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) und der AMF auferlegten restriktiven Maßnahmen für die Vermarktung, den Verkauf und den Vertrieb von CFDs.
Außerdem stellte die Kommission Widersprüche zu den allgemeinen Geschäftsbedingungen von XTB France fest. Der Broker hat es versäumt, seine französischen Kunden über eine technische Störung zu informieren, die die ordnungsgemäße Ausführung von Orders beeinträchtigte.

Der polnische Broker hat jedoch das Recht, gegen die von der AMF-Sanktionskommission verhängte Strafe Berufung einzulegen.
"XTB möchte betonen, dass es eine völlig offene Kommunikationspolitik betreibt, indem es alle Anstrengungen unternimmt, der AMF während des gesamten Kontrollprozesses zuverlässige und transparente Informationen zu liefern", schrieb XTB in einer Erklärung. "XTB hat die offiziellen Informationen von der AMF erhalten und analysiert derzeit die Entscheidung der Aufsichtsbehörde, um weitere Schritte in dieser Angelegenheit festzulegen."


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- Prospet Mérimée